Zahnarztpraxis
Dr. Thomas Stanke
    Thomas-Mann-Platz 5
64291 Darmstadt
0 61 51 - 37 24 71
line decor
 
Zurück     Diese Seite drucken
line decor
   
 

Piercings - wer bleibt schon cool wenn's weh tut?

Piercing, das Durchstechen von Körperteilen mit kleinen Metallsteckern, ist mittlerweile "Salonfähig" geworden und erfreut sich zunehmend bei Jugendlichen immer größerer Beliebtheit. Die Gefahren von Piercings sind bekannt und werden immer wieder diskutiert. Unsere tagtägliche Erfahrung mit Piercings im Mundbereich zeigen, dass die Warnungen durchaus berechtigt sind. Denn neben einer möglichen dauerhaften Sensibilitätsstörung durch die Beschädigung von Blutgefäßen und Nerven treten auch häufig Entzündungen in oder rund um die Einstichstelle auf.

Piercings im Mundbereich bergen viele Gefahren für Mund und Zähne und sind oft das Tor für Erreger, die der allgemeinen Gesundheit erheblich schaden können wie beipsielsweise Hepatitis. Ein bereits vorhandenes Piercing setzt eine sehr sorgfältige Pflege der Mundhygiene voraus. Da die Mundschleimhaut sehr sensibel ist, kann ein Piercing für diese ein dauerhafter Fremdkörper bedeuten. Nicht selten treten gerade bei solchen Piercings Aphten auf. Eine Aphte ist eine entzündete Stelle der Schleimhaut, des Zahnfleisches, der Mundhöhle oder Zunge und äußerst schmerzhaft.

Es spielt außerdem eine große Rolle, wo das Piercing sitzt. Ist es ein Zungenpiercing, schlägt der Piercingknopf entweder bewusst durch eine spielerische Bewegung oder auch unbewusst gegen die Zähne. Dies führt auf Dauer zu Rissen im Zahnschmelz und dem Zahnbein (Dentin). Die Folgen sind Hitze- oder Kälteempfindlichkeit, Reizungen des Zahnnervs, Karies. Es kann aber auch zum Absterben des Zahnmarks führen, was daraufhin zu einem frühzeitigen Verlust einzelner Zähne zur Folge hat.

Bei einem Lippenpiercing verhält es sich so, dass der Knopf des Piercings gegen das Zahnfleisch drückt. Diese Druckbelastung erzeugt einen Rückgang des Zahnfleisches und des darunterliegenden Knochens. Wenn beides nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden ist, fallen die Zähne heraus. Zu weiteren Komplikationen zählen auch Beschädigungen von Zahnfüllungen, Veneers, Brücken, Kronen oder Inlays; die Schiefstellung von Zähnen durch Piercings und mögliche Sprachbehinderungen durch Nervenschädigungen im Mundbereich.

Wissenswertes: Das Piercing ist rechltich gesehen eine Körperverletzung. Aus diesem Grund muss dem Piercer oder dem Piercingstudio eine unterzeichnete Einverständniserklärung vor dem Eingriff vorliegen. Bei Personen unter 18 Jahren ist die Einverständnis der Erziehungsberechtigten erforderlich. Der Piercer oder das Piercing-Studio ist darüber hinaus verpflichtet, den Klienten über die Risiken aufzuklären und auf eventuelle Schäden hinzuweisen. Das wichtigste ist vor allem die Hygiene, das heisst die Sterilität der verwendeten Stichinstrumente und des Schmuckstücks, sorgfältige Desinfektion der Einstichstelle (vor und nach dem Stich) und das Verwenden von sterilen Handschuhen.
(Quelle: "proDente e.V.)