Zahnarztpraxis
Dr. Thomas Stanke
    Thomas-Mann-Platz 5
64291 Darmstadt
0 61 51 - 37 24 71
line decor
 
Zurück     Diese Seite drucken
line decor
   
 

Nursing Bottle Syndrom - Fläschchenkaries

Das Nursing-Bottle-Syndrom ist die Zerstörung des Milchgebisses. Durch diese Zerstörung, werden auch die bleibenden Zweitzähne stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Ursache des Nursing-Bottle Syndroms, auch Fläschchenkaries genannt, ist das Dauernuckeln an der Nuckelflasche mit schädigenden Inhalten wie zuckerhaltige Tee-Getränke und/oder Säfte die Karies begünstigen.

Die Gewöhnung an die Nuckelflasche setzt bereits im Alter zwischen etwa sechs und neun Monaten ein, wenn das Baby anfängt, selbständig aus der Flasche zu trinken. Nuckelflaschenkaries beginnt meistens an den oberen Schneidezähnen. Sind die Schneidezähne zerstört, brechen ab, müssen vorzeitig gezogen werden und fehlen daraufhin mehrere Jahre hat das schwerwiegende Folgen für die Sprachentwicklung. Denn diese stellen bei der Sprachentwicklung einen wesentlichen Bestandteil dar, halten sie doch unsere "Zunge im Zaum". Wird am Trinkverhalten nichts verändert, kann sich die schmerzhafte Zerstörung der Zähne auf das übrige Gebiss ausbreiten. Neben dem Problem des Kariesbefalls ist auch das Dauernuckeln an sich eine Gefahr, da es zu einer Veränderung der Kiefernstellung kommen kann. Was auch wiederum Einfluss auf die Sprachentwicklung hat.

Die althergebrachte Meinung, dass der Pflege der Milchzähne keine besondere Bedeutung geschenkt werden muss da sie ja eh herausfallen ist ein Irrglaube. Das Milchgebiss ist wichtiger Platzhalter für die zweiten, bleibenden Zähne. Sind die Milchzähne geschädigt, wirkt sich das negativ auf die nachkommenden aus. Darum gilt wie bei den bleibenden Zähnen, dass die ersten gut gepflegt werden um sie bis zum natürlichen Herausfallen zu erhalten. Damit ein Nursing-Bottle-Syndroms erst gar nicht entstehen kann, sollten Eltern folgende Hinweise beachten:

Geben Sie Ihrem Kind von Anfang an nur ungesüßten Tee oder Wasser.
Überlassen Sie Ihrem Kind die Flasche oder Schnabeltasse nicht zum Dauernuckeln.
Saugerflaschen oder Schnabeltassen sollten nicht zum Einschlafen oder zur Beruhigung gegeben werden, da ein Gewöhnungseffekt entsteht.
Trinklernflaschen und Schnabeltassen sollten nur kurzfristig als Übergang zu Tasse angewendet werden. Zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat sollte das Trinken aus einer Tasse erlernt werden.

Ab dem Durchbruch des ersten Zahnes sollen die Milchzähne morgens und abends geputzt werden.

Nach dem Zähneputzen und vor dem Zubettgehen darf weder Milch noch Tee oder Fruchtsaft verabreicht werden. Ist das Kind durstig, geben Sie ihm etwas Wasser, das ist noch immer der beste Durstlöscher.

Nicht nur Zucker ist gefährlich
Zu den Karies-Faktoren zählt nicht nur der Zucker selbst. Auch Obst- und Vitaminsäfte können ähnliche Folgen haben. Hier ist gleichfalls Zucker enthalten - der Hauptfeind unserer Zähne. Darüberhinaus enthalten diese Säfte Säure (Fruchtsäure), die den Zahnschmelz angreift und einen weiteren Karies-Faktor darstellt. Bei bereits vorgeschädigten Zähnen genügt schon kohlensäurehaltiges Mineralwasser, um den Schaden zu erhöhen. Ansonsten ist kohlensäurehaltiges Wasser natürlich nicht zahnschädlich!!

Zahlen von der Universitätszahnklinik Gießen
Eine Umfrage der Universitätszahnklinik Gießen von 1995 ergab, dass über 53% der Kinder mit Nursing-Bottle-Syndrom regelmäßig Fläschchen mit Obst und/oder Vitaminsäften getrunken hatten bzw. tranken; bei rund 27% war es Instant-Tee, bei 8,8% Kakao, bei 8,3% selbst zubereiteter Tee mit Zucker oder Honig und bei 7,9% sogar Limonade oder Cola-Getränke. Trotz der zum Teil schon massiven Zahnschäden erhielten immer noch viele der Kinder (über 40%!) weiterhin die Flasche. Manche Eltern stiegen auf selbst zubereitete Tees ohne Zucker oder auf Mineralwasser um. Allerdings kann bei vorgeschädigten Zähnen selbst kohlensäurehaltiges Mineralwasser Schaden anrichten, wenn es beim Einschlafen aus der Flasche genuckelt wird, wie Prof. Dr. Wetzel betont. Der beste Weg, das Nursing-Bottle-Syndrom zu stoppen, sei daher das konsequente Absetzen der Nuckelflasche.

Wenn eine Behandlung der zerstörten Zähne in Betracht gezogen wird, dient diese zumeist zum Erhalt der so genannten Stützzonen im Seitenzahnbereich. Weniger wegen der kosmetisch störenden, verfaulten Schneidezähne. Die Behandlung erweist sich als schwierig und ist häufig nur unter Vollnarkose möglich. Die therapeutischen Möglichkeiten sind sehr verschieden und hängen vom Zerstörungsgrad der Zähne ab. Sie reichen vom Aufbau der zerstörten Zähne mittels Stahlkronen über Lückenhalter bis hin zu herausnehmbarem Zahnersatz. (Quelle: "proDente e.V.")


   

 

nursing