Das nächtliche Knirschen mit den Zähnen, auch Bruxismus im Fachjargon genannt, ist weit verbreitet. Es tritt nicht nur bei Erwachsenen auf auch Kleinkinder verarbeiten ihre emotionalen Eindrücke mit den Zähnen. Es ist nicht immer nur der massive berufliche oder private Druck, schon banale Ereignisse des Alltags können durchaus Stress verursachen, der zu dem nächtlichen Knirschen führt und uns mal die Zähne zusammenbeißen lässt.
Zum Beispiel der Überholvorgang beim Autofahren, Leistungserwartungen im sportlichen Bereich, selbst beim Versuch einen festsitzenden Drehverschluss einer Flasche zu öffnen. Wir beissen die Zähne zusammen. Meist dann, wenn wir besonders engagiert sind oder uns an einem Thema die Zähne "ausbeissen". Die Folge ist die Verspannung der Kaumuskulatur, das Abschleifen gesunder Zahnsubstanz ohne Nahrungsaufnahme, Abnutzung des Kiefergelenks, ästhetische Beeinträchtigungen (Mausezähne) oder überaus scharfe Zahnkanten.
Therapiemöglichkeiten Knirscherschiene
Da das Knirschen überwiegend nachts erfolgt - eigentlich in der Entspannungsphase - ist eine Knirscherschiene sinnvoll. Sie ist eine individuell angepasste Plastikspange an die sich der Betroffene in der Regel meist problemlos gewöhnt.
Die Schiene hat die Funktion, das Zusammenspiel von Verkrampfung und Verspannung im Gesichtsmuskelbereich zu unterbrechen. Durch die Schiene berühren sich die Zahnreihen nun nicht mehr. Sie befinden sich in einem "schwebenden" Zustand und damit auch das Kiefergelenkköpfchen über der Gelenkpfanne, das nun nicht mehr "zermahlen" werden kann. Zwar kann das Knirschen zum Stressabbau noch stattfinden aber es ist nicht mehr zahnschädigend. Da der unbewusste, neuromuskuläre Reflexbogen nun häufig unterbrochen wird, lässt das Knirschen nach.
Nnur durch die Schiene allein lassen sich die Ursachen nicht beheben - sie können nur mildern. Es ist vor allem wichtig, dem Betroffenen bewusst zu machen, dass er auf bestimmte Situationen mit dieser Verspannung reagiert. Wenn das gelingt, ist das Behandlungsergebnis sehr gut. Es empfiehlt sich daher zusätzliche Entspannungsübungen vorzunehmen, um Kaumuskulatur, Schläfen-, Stirn- und Nackenmuskeln zu lockern. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang auch ein zusätzliches Entspannungstraining wie Autogenes Training, Meditation oder Yoga, um mit Stresssituationen künftig besser umgehen zu können.
|